Der Palmesel von Walleshausen – ein spätbarockes Kleinod im Alpenvorland

Früher sagte man zum Palmesel auch „der Herrgott auf dem Esel“, ein hölzernes Bildwerk, mit dem der Einzug Jesu in Jerusalem in der Prozession am Palmsonntag bildhaft dargestellt wurde. Dass er heute wieder zur religiösen Identität der Gemeinde von Walleshausen gehört, verdankt er bürgerlichem Engagement.

Davon erzählt der Vortrag, aber auch vom Bildhauer Franz Xaver Schmädl, der 1772 mit seiner Herstellung beauftragt worden war. Zugleich wird der Palmesel in die Geschichte solcher Bildwerke eingeordnet, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht.

Erst in neuerer Zeit haben solche Figuren wieder das Interesse der Kunstgeschichte gefunden, die Palmesel und ähnliche Figuren als „handelnde Bildwerke“ bezeichnet. Mit seiner Herstellung 1772 ist der Palmesel von Walleshausen einer der letzten seiner Art, denn solche „religiösen Spektakel“ wurden am Ende des 18. Jahrhunderts im Geist der Aufklärung verboten. Historisch gesehen war er nur wenige Jahre oder allenfalls Jahrzehnte im Gebrauch. Doch die Zeiten haben sich wieder geändert, und in einer nüchtern gewordenen Welt, erfreuen sich alte Traditionen wieder großer Aufmerksamkeit. Den Vortrag hält Prof. Reiner Sörries, evangelischer Pfarrer und Kunsthistoriker. Der Vortrag findet am Samstag, den 28. März um 18:00 Uhr im Pfarrhof Walleshausen (Kardinal Brandmüllerplatz 1, 82269 Walleshausen) statt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Besichtigung des Palmesels bei geselligem Beisammensein und regem Austausch im Rahmen eines Umtrunks.

Wegen begrenzter Sitzmöglichkeiten bitten wir um eine Anmeldung bis zum 23.03. unter:
info@pfarrhof-walleshausen.de

(Bildquelle: https://www.pfarrei-geltendorf.de/htm/5000/6980.htm)